Gaaanz laaangsam bummeln

Main-Echo 21.08.2012

Bartholomäusmarkt: Hitzebeständige Besucher am Sonntag in Mönchberg - Auf der Themenwiese Bienen & Co. mit Anziehungskraft

Mönchberg Sonntag - Sommer - Sonne: Das hat auch in diesem Jahr wieder geklappt, genauso wie der Dreiklang Bartholomäusmarkt, Besucher, Bummeln - aber gaaanz laaangsam wegen der tropischen Temperaturen. Das nahe Spessartbad versprach Erfrischung: Bürgermeister Thomas Zöller versäumte es nicht, die Gäste bei der Markteröffnung darauf hinzuweisen in der Hoffnung, weitere Mitglieder für den Förderverein zu gewinnen.

Die Prominenz nahm ausnahmsweise gerne mit einem Schattendasein unter Schirmen vor dem Rathaus vorlieb - darunter ein Landtagsabgeordneter, der Bezirkstagspräsident, Kommunalpolitiker aus den Nachbargemeinden, Behördenvertreter. Zöller stellte Stefan Engels als den Vorsitzenden des neuen Werbevereins »Wir in Mönchberg« vor, dankte der »Miss Bartholomäusmarkt«, der Organisatorin Ulrike Goihl, mit Blumen, und dann läutete das historische Marktglöckchen: Jetzt geht’s los! Über 140 Marktbeschicker warteten auf Kundschaft. Auch dieses Mal strömten Tausende nach Mönchberg.

Musik, Tanz, Lego-Eisenbahn

Viel Musik und Attraktionen wie Tanzvorführung und große Lego-Eisenbahn im Alten Rathaus sorgten für Unterhaltung. Zum Marktgeschehen gehört traditionell die Themenwiese. »Naturkunde nützlich und nahrhaft« lässt sich heuer das Motto beschreiben. Aus Anlass des 130-jährigen Bestehens des Mönchberger Imkervereins warben Bienenzüchter, Naturschützer und das Amt für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit Verkäufern entsprechender Produkte um Aufmerksamkeit für das Leben der Honigbienen in einer möglichst intakten Umwelt.

Schon klar: Den naturbelassenen Honig mit grünem Kreuz des Deutschen Imkerbunds und Nummer des Betriebs als Qualitätsgarantie wissen Ernährungsbewusste zu schätzen. Dunkel und kühl sollte er aufbewahrt und nie über 40 Grad erhitzt werden, um seine wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Von der Wabe bis ins Glas ist aber ein weiter Weg. Die Marktbesucher konnten ihn nachvollziehen: Sogar ein Bienenvolk samt markierter Königin war in einem Schaukasten zu beobachten.Gerne drehten die Kinder an einem Rad mit Quizfragen. Beispiel: Was machen die Bienen im Winter? Sie wärmen sich gegenseitig und vor allem die Königin in ihrer Mitte, versammelt in einer lebendigen Traube. Dabei wird rotiert - keine muss auf Dauer auf einem kalten Platz ganz außen ausharren. Für richtige Antworten gab´s für junge Schlauberger Honigproben im Töpfchen.

Hantieren mit heißem Wachs

Dass Kerzen aus Bienenwachs lecker duften und ein trauliches Licht verbreiten - auch das wissen viele Verbraucher. Der Vorsitzende des Imker-Kreisverbands, Matthias Meidel, und sein Kollege Herbert Abb luden ein, Kerzen selbst zu ziehen - das Hantieren mit heißem, flüssigem Wachs war bei der Sommerhitze eine echte Herausforderung. Blütenpollen, Kittharz (Propolis) und das Königinnen-Spezialfutter Geleé Royale sind weitere Bienenprodukte, aus denen der Mensch Nutzen zieht und sie unter anderem in Kosmetikartikeln verarbeitet.

Die größte Bedeutung haben Bienen aber als Blütenbestäuber. Ohne ihre »Arbeit« fiele die Ernte in Feld und Garten gar mager aus: Die Imker zeigten das in Vergleichsgefäßen mit (Plastik-)Früchten. Wovon sollen die Bienen jedoch leben, wenn an den Bäumen das Obst reift und die Felder abgeräumt sind? In der intensiv genutzten Kulturlandschaft werden Nektar und Pollen bereits im Sommer rar, sofern ihnen die Menschen nicht ein paar oft als Unkraut bekämpfte Wildkräuter übrig lassen. Imker und Naturschützer setzen sich deshalb dafür ein, nicht jeder Wegwarte am Ackerrain den Garaus zu machen und plädieren dafür, auf ungenutzten Flächen spezielle Blühmischungen und Bienenweide auszubringen. Wenn die Pflanzen in Herbst und Winter stehenbleiben dürfen, bieten sie obendrein Vögeln und Wildtieren Deckung und Nahrung. Barbara Schmidt

Schattiges Plätzchen gesucht: Bei »Kaiserwetter« mit tropischen Temperaturen eröffnete Bürgermeister Thomas Zöller am Sonntag vor dem Mönchberger Rathaus den traditionellen Bartholomäusmarkt. Zum Frühschoppen spielte die Kapelle Harmonie unter Leitung von Andy Schreck. Fotos: Barbara Schmidt
Nicht nur an Honigbienen in menschlicher Obhut wurde gedacht auf der Themenwiese. Naturfreunde bieten in Insektenhotels auch anderen Krabblern und Sumsern Unterschlupf.
Birnen im Glas, mal anders: In der hohen Säule die Ernte, wenn Bienen die Blüten bestäubt haben, in der kleinen das magere Ergebnis ohne ihren Einsatz – beeindruckend für den angehenden Jungimker und andere kleine Früchtefreunde